Die Medinas

Souk in der Medina von Tunis
Souk in der Medina von Tunis

Die Welt der Medinas

Die traditionelle arabische Stadt hat ihre Codes und Geheimnisse. In mehreren tunesischen Städten haben die alten Viertel ihre unwandelbare Struktur beibehalten. Im Herzen der Stadt steht die Große Moschee. Sie wird von den Souks, den Marktgassen umgeben, die sie mit den großen Stadttoren verbinden. Die Souks sind in verschiedene Handelssektoren aufgeteilt. Man findet die edlen Handwerke wie Gold- oder Silberschmiede, bestickte Jebbas, Gewänder, besonders feine Webereien, Parfums oder traditionelle Schminke… . Im Mittelteil der Medina sind die Souksstrassen mit schönem, altem Gewölbe bedeckt. Weiter entfernt von dem quirligen Stadtleben zieht sich ein ruhiges Labyrinth aus Gassen, Sackgassen und bedeckten Passagen hin, die zu den Wohnhäusern führen. Die mit Kalk geweißten Mauern lassen nichts aus dem Innenleben der Häuser erahnen: die Häuser mit den kahlen Aussenmauern nehmen ihren Luftzug und das Licht über ihre Innenhöfe. Hier und da sieht man eine mit kräftige Farben bemalte Tür, die mit Nägelmotiven geschmückt ist oder die mit Steinskulpturen umrandet ist. Diese deuten auf einen Hammam, eine Zaouia oder eine schönes, altes Anwesen hin.

Dar El Bey in Tunis

Häuser und Paläste

Zahlreiche ehemalige traditionelle Anwesen sind heute in Museen, Sitze öffentlicher Einrichtungen oder Geschäfte umgewandelt. Die Besucher können so den Charme dieser besonderen Architektur entdecken. Der Innenhof ist im Herzen des Hauses. Die ‚skifa’, ein verwinkelter Eingang, der die Intimität des Ortes bewahrt. Die ‚driba’ ist die Eingangshalle der großen Häuser. Das Zimmer ist auf das ‚qbu’ zentriert (prächtig dekorierter Empfangsraum). All diese Elemente stellen das typische arabische Haus dar, das einer uralten Lebenskunst gewidmet ist. Die nüchterne Eleganz der Säulengänge verbindet sich mit der Frische der mit Kacheln verkleideten Wände und der Feinheit der mit ziseliertem Stuck besetzten Decke. Vom einem zum anderem Haus kann man auch die Entwicklung der Stile und der verschiedenen Einflüsse entdecken: hafsidische oder spanisch-maghrebinische Kapitelle, gerade oder bogenförmige Türschwellen, andalusische oder osmanische Motive, Marmoreinlegearbeiten oder Leisten nach italienischem Modell …

Patio in der Medina
Patio in der Medina

Highlights:

Die Medinas:

Die große Medina von Tunis. Die Medina ist sehr gut erhalten (wunderbare bedeckte Souks, gewölbte Passagen, Moscheen, Medersas und ehemalige Paläste)

Die Medina von Kairouan. Sie ist bekannt für ihren religiösen Prestige und ihre nüchterne Schönheit: die Strassen münden in gewölbte Kuppelpassagen, die Stadtmauer, die Monumente (Große Moschee, die Zaouia Sidi Abid, die Moschee der drei Türen, der Barrouta Brunnen).

Die Medina von Sousse. Die hohen Stadtmauern aus Stein, die Kasbah (Zitadelle), die Große Moschee, das Karawanserail der Koubba.

Die Medina von Tozeur.Sie stickt aufrgrund ihrer besonderen Lehmziegelarchitekur herbor

Die Paläste:

Tunis: Das Dar Ben Abdallah, Palast aus dem 19. Jahrhundert mit italienischen Einflüssen (Volkskundemuseum). Der Palast Dar Othman (17. Jahrhundert), das Dar HusseÑ—n (19. Jahrhundert), das Dar Lasram (Ende 18. Jahrhundert). In den letzt genannten Palästen befinden sich heute Einrichtungen, die sich dem nationalen Kulturerbe widmen. Paläste und traditionelle Anwesen, die heute in Kulturstätten oder Geschäfte umgewandelt sind: Dar Bach Hamba, Dar Hamouda Pacha, Diwan Dar el Jeld, Dar el Behi…

Vororte von Tunis Ennajma Ezzahra (Palast des Baron d’Erlanger), orientalische Paläste mit tunesisch inspirierter Architektur (Sidi Bou SaÑ—d). Der Palast der Rose, kleiner Beypalast aus dem 18. Jahrhundert (La Manouba).

Sfax: Dar Jellouli, Palast aus dem 17. Jahrhundert (Volkskundemuseum)